Bakterien

Was sind Bakterien?

Bakterien sind mikroskopisch kleine Einzeller, deren Größe in den meisten Fällen ein Zehntel einer menschlichen Körperzelle beträgt. Im Gegensatz zu eukaryotischen Lebensformen, zu denen beispielsweise Menschen und Tiere gehören, besitzen sie keinen Zellkern, der die Erbinformation beinhaltet. Ihre DNA schwimmt hinter der Zellwand einfach im Zellplasma. Dennoch wird die Bakterienzelle durch eine Organellart am Leben gehalten, die auch bei vielzelligen Organismen konstitutiv für die Lebensfunktionen ist. Die sogenannten Ribosomen sorgen sowohl bei Menschen, Tieren und Pflanzen als auch bei Bakterien für die Herstellung von Eiweiß, das eine wichtige Rolle im Energiehaushalt spielt. Charakteristisch für einige Bakterienspezies sind zudem die aus Pili bestehenden Geißeln, die die Bakterienzellen umgeben und zur Fortbewegung und Festsetzung des Organismus dienen.

Fortpflanzung von Bakterien

Bakterien pflanzen sich durch Zellteilung fort. Das bedeutet, dass die Erbinformation innerhalb des Bakteriums kopiert und dann separiert wird. Anschließend trennt sich die Zellwand entzwei, sodass je ein identischer DNA-Strang in einer der Zellhüllen landet. Durch diesen Prozess kann binnnen kurzer Zeit aus einem individuellen Bakterium eine ganze Kolonie werden, da sich die Anzahl der sich teilenden Organismen von Mal zu Mal verdoppelt. Aus diesem Grund erleben Bakterienarten auf dem richtigen Nährboden einen ungleich schnelleren Bevölkerungsanstieg als Lebensformen mit einem komplexerem Fortpflanzungsprozess.

Krankheit durch Bakterienbefall

Bakterielle Infektionskrankheiten befallen den Körper, wenn bestimmte Bakteriengruppen den menschlichen Körper durch eine seiner Öffnungen oder durch Verletzungen in der Hautschicht infiltrieren. Diese lassen sich im Wirtsorganismus nieder und vermehren sich im Anschluss. Der Organismus reagiert auf die Angreifer, indem er sich mit Helferzellen rüstet, die die bakteriellen Zellen eliminieren sollen. Die kurzlebigen Bakteriengenerationen wehren sich ihrerseits mit immer neuen Strategien der Resistenz gegen menschliche oder tierische Abwehrkräfte. Durch den entstehenden Abnutzungskampf äußern sich Schwächungen des Wirtsorganismus in Krankheitssymptomen, die letztlich eine Diagnose des Bakterienbefalls zulassen. Oftmals kann der Körper die einfallenden Bakterien von selbst auslöschen. In einigen Fällen sind dazu jedoch auch ärztlich verschriebene Antibiotika notwendig.

Bakterien im Trinkwasser

Weil Bakterien prinzipiell in jeder Substanz und an jedem Ort anzutreffen sind, macht ihre Ausbreitung auch nicht vor Wasser Halt, das in der Natur vorkommt. Leitungswasser ist ebenso nie ganz keimfrei. Die Bakterien lagern sich in den Rohren und Leitungen an und werden durch den Wasserfluss transportiert. Dagegen kann man bei Mineralwasser in abgepackten Flaschen davon ausgehen, dass dieses zuvor einer antibakteriellen Filtration unterzogen wurde. Nach dem Öffnen der Flasche ist es jedoch unumgänglich, dass sich über die Mundschleimhäute und den menschlichen Speichel sowie durch andere äußere Einflüsse Bakterien in das Mineralwasser einschleichen. Auf dieses Risiko reagieren menschliche Kulturen bis heute mit Abkochen. Die wenigsten Bakterien überleben es, wenn das Wasser durch Hitze zum Kochen gebracht wird. In den letzten Jahren hat sich aber insbesondere die UV-Bestrahlung als effizientes Hilfsmittel bei der Bakterienbekämpfung herausgestellt.